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Die Kirche ist der Ort, an dem der Pastor ein nationalsozialistisches
Luthertum predigte, wo deutschkirchliche
Konfirmationen vorgenommen wurden, wo nichtarische
Christen Gottes Wort hörten, bis sie der Kirche
verwiesen wurden. Die Ausstellung bringt die eigene
Geschichte in die Kirchengemeinde und fordert zum Dialog
auf.
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Ziel ist es, am authentischen
Ort die Vergangenheit lebendig zu machen und genau an diesen
Stätten die Abkehr von der Vergangenheit zu vollziehen.
Die gestalterische Konzeption
der Ausstellung soll Ausstellung und Gebäude miteinander
korrespondieren lassen, um so das historische
Geschehen auch emotional spürbar zu machen.
Es galt also, eine Wanderausstellung für Räume
zu gestalten, die in wesentlichen Strukturelementen gleich
sind (Altar, Kirchenbänke, Kanzel), aber dennoch höchst
individuell in ihrer Ausstattung.
Die Kirche als Ausstellungsort
schafft gestalterische Möglichkeiten, schränkt sie
aber auch gleichzeitig durch ihre eigenen räumlichen
Vorgaben ein.
Diese gestalterische Aufgabe
wurde Studentinnen und Studenten der Studienklasse 3-D-Gestaltung
unter Prof. Bernhard Schwichtenberg von der Muthesius-Hochschule
für Gestaltung und Design gestellt. Eine Jury wählte
einen Entwurf (Studio Mielstö) aus.
Die wesentlichen Elemente der Gestaltung
sind:
- Nutzung der Kirchenbänke als Träger von Texttafeln
(s. Schaubild: Zeitleiste II, s. Nr. 5)
- große, zum Teil überdimensionierte Elemente
(s. Schaubild: Blackbox, s. Nr. 4; das Portal,
s. Nr. 3), damit sie der Größe des Kirchenraums
entgegenwirken
- Materialien, die im Gegensatz zum Kirchenraum stehen:
angerostete lackierte Metalle; schwarz lackierte Metalle
- Verwendung klarer Farben: schwarz, weiß, rot
die Farben der Nationalsozialisten, die Farben des Kaiserreiches,
die Farben deutscher vordemokratischer Tradition
- Verzicht auf realistische und historisierende Elemente:
die Menschen, über die an den zehn biographischen Stationen
bestimmte Themen transportiert werden sollen, werden entfremdet
dargestellt, indem jeweils Brustbilder auf eine Stoffleinwand
projiziert werden. Im Vordergrund soll nicht der individuelle
Lebenslauf stehen, sondern das Handeln oder Erleiden der
jeweiligen Person, die hierbei stellvertretend für
viele andere auftritt.
- der Kirchenraum als ein Ort des Wortes: an den zehn biographischen
Stationen können per Knopfdruck Tondokumente abgespielt
werden
- das lokale Fenster (s. Schaubild:
Nr. 7) bietet innerhalb der sonst gleich bleibenden Wanderausstellung
die Möglichkeit, sich mit der eigenen Geschichte vor
Ort auseinanderzusetzen
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