| |
Es gab viele Möglichkeiten, auf die 1933 beginnende Judenverfolgung
zu reagieren. Als im April 1933 die Nationalsozialisten den
Boykott jüdischer Geschäfte organisierten, kauften
in vielen Orten Menschen absichtlich dort ein, so auch in
Kiel und Rendsburg. Als 1938 die Synagogen brannten, stellte
sich einzig in Berlin ein Polizist der SA entgegen und verhinderte
die Zerstörung der Neuen Synagoge.
Niemand war gezwungen, Juden ihren Arbeitsplatz zu nehmen,
ihren Besitz zu stehlen, sie aus ihren Wohnungen zu vertreiben.
Kein Pastor wurde gezwungen, von der Kanzel gegen Juden zu
hetzen. Wenn einer dies tat, geschah es aus freien Stücken.
Es gab verschiedene Wege, nicht mitzumachen, ohne verfolgt
zu werden. Einzig diejenigen, die von den Nationalsozialisten
zu Juden gestempelt wurden, hatten kaum eine Wahl.
Sie brauchten Glück, um fliehen zu können, und ein
Land, das ihnen Asyl gewährte.
|
|