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Arbeitskreis Reinbeker Stadtgeschichte;
Geschichtswerkstatt Reinbek (Hrsg.):
Ein Garten in Reinbek: Wege der Jüdischen Familie Goldschmidt;
eine Ausstellung im Rahmen der Schleswig-Holsteinischen Kulturtage
im Schloß Reinbek, Stormarnsaal, [10. Sept. bis 23.
Okt. 1994]. Reinbek: [Selbstverl.], 1994. 58 S., Ill.
Begleitheft zur Ausstellung über das
Leben Arthur Goldschmidts (1873 - 1947), bis zur zwangsweisen
Pensionierung 1933 Oberlandesgerichtsrat in Hamburg, der 1942
in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde.
Dort gründete er als Christ jüdischer Herkunft die
evangelischen Gemeinde. 1945 Rückkehr nach Reinbek.
Bajohr, Frank:
’Arisierung’ in Hamburg: die Verdrängung
der jüdischen Unternehmer 1933 - 1945. 2. Aufl. Hamburg:
Christians, 1998. (Hamburger Beiträge zur Sozial- und
Zeitgeschichte; Bd. 35). 415 S.
Erschöpfende Darstellung zum Thema,
auf breiter Quellenbasis. Bajohr stellt die wirtschaftliche
Ausbeutung der Juden vom Boykott jüdischer Geschäfte
am 1. April 1933 bis zu den Deportationen 1941 dar. Neben
der sogenannten ’Arisierung’ jüdischer Unternehmen
ist hier vor allem der systematische Zugriff des Staates auf
möglichst alle Vermögenswerte der ausgewanderten
Juden zu nennen. Im Anhang findet man ein Verzeichnis jüdischer
Unternehmen die 1938/39 ’arisiert’ oder liquidiert
wurden sowie zahlreiche Tabellen mit bevölkerungs- und
berufsstatistischen Daten Hamburger Juden. Ein umfangreiches
Quellen- und Literaturverzeichnis sowie ein Personen- und
Firmenregister beenden den Band.
Bajohr, Frank; Szodrzynski, Joachim: ’Keine jüdische Hautcreme mehr benutzen!’:
die antisemitische Kampagne gegen die Hamburger Firma Beiersdorf
1933/34. In: Herzig, Arno (Hrsg.): Die Juden in Hamburg 1590
bis 1990: wissenschaftliche Beiträge der Universität
Hamburg zur Ausstellung ’Vierhundert Jahre Juden in
Hamburg’. Hamburg: Dölling und Galitz, 1991 (Die
Geschichte der Juden in Hamburg 1590 - 1990; Bd. 2), S. 515
- 526.
Die Firma Beiersdorf AG mit dem Hamburger
Stammwerk gehörte zu den erfolgreichsten Herstellern
pharmazeutischer Produkte in Deutschland. Zu den Mitbegründern
der Firma gehörten einige Hamburger jüdischen Glaubens
und auch der Vorstandsvorsitzende und einige Mitglieder des
Aufsichtsrates waren Juden. 1933 setzte eine Hetzkampagne
der Nationalsozialisten gegen das Unternehmen ein, an der
sich auch Konkurrenzunternehmen beteiligten. Beiersdorf wehrte
sich mit juristischen Mitteln erfolgreich gegen alle Diffamierungen.
Die leitenden jüdischen Mitarbeiter emigrierten ins Ausland
und wurden dort in Tochterunternehmen weiterbeschäftigt.
Baumann, Arnulf H. (Hrsg.): Ausgegrenzt: Schicksalswege ’nichtarischer’ Christen in
der Hitlerzeit. Hannover: Luther-Verl.-Haus, 1992. (Schalom-Bücher;
Bd. 3). 155 S.
Enthält die ausführlichen Erlebnisberichte
der Christen jüdischer Herkunft Maria Sello (Berlin),
Ursula Bosselmann (Hamburg) und Werner Steinberg (Hamburg)
über die Zeit des Nationalsozialismus.
Baumbach, Sybille; Lohmeyer, Susanne;
Louven, Astrid; Meyer, Beate; Salomon, Sielke; Wienrich, Dagmar: ’Wo Wurzeln waren ...’: Juden in Hamburg-Eimsbüttel
1933 bis 1945. Hamburg: Dölling und Galitz, 1993. 269
S. Mit Beiheft: Auf den Spuren jüdischer Geschichte:
Stadtteilrundgänge in Hamburg-Eimsbüttel. 28 S.
Sammelband mit biographischen Darstellungen
zum Schicksal der Eimsbüttler Juden im Nationalsozialismus.
S. 147 - 225: Zwischen allen Stühlen: ’Mischehen’
und ’Mischlinge’.
Brix, Barbara:
’Land, mein Land, wie leb' ich tief aus dir’:
Dr. Walter Bacher - Jude, Sozialdemokrat, Lehrer an der Klosterschule.
Hamburg: Dölling und Galitz, 1997. 67 S., Ill.
Biographie des evangelisch getauften Lehrers
Walter Bacher, der 1933 aus dem Staatsdienst entlassen wurde
und nach der Entlassung an verschiedenen jüdischen Schulen
in Hamburg tätig war. Bacher hatte Kontakt zur ’bündisch-christlichen’
Widerstandsgruppe ’Schachblume’ in Altona. 1942
wurde er und seine Frau in das KZ Theresienstadt deportiert
und von dort 1944 nach Auschwitz, wo sie ermordet worden sind.
Bruhns, Maike:
Jüdische Künstler im Nationalsozialismus. In: Herzig,
Arno (Hrsg.): Die Juden in Hamburg 1590 bis 1990: wissenschaftliche
Beiträge der Universität Hamburg zur Ausstellung
’Vierhundert Jahre Juden in Hamburg’. Hamburg:
Dölling und Galitz, 1991 (Die Geschichte der Juden in
Hamburg 1590 - 1990; Bd. 2), S. 345 - 360.
Dargestellt wird das Schicksal jüdischer
Kunstmaler, Bildhauer und Designer, etwa 35 Personen, davon
16 jüdischen und 9 christlichen Glaubens. Die in christlich-jüdischen
Ehen lebenden Künstlern überlebten den Nationalsozialismus;
andere konnten auswandern. 9 wurden deportiert und ermordet,
3 Künstler wurden in den Selbstmord getrieben.
Büttner, Ursula:
’Wohl dem, der auf die Seite der Leidenden gehört’:
der Untergang des Dichters Jochen Klepper mit seinen Angehörigen
als Beispiel für die Verfolgung jüdisch-christlicher
Familien im ’Dritten Reich’. In: Mehlhausen, Joachim
(Hrsg.): ... und über Barmen hinaus: Studien zur Kirchlichen
Zeitgeschichte; Festschrift für Carsten Nicolaisen zum
4. April 1994. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht,
1995 (Arbeiten zur kirchlichen Zeitgeschichte: Reihe B, Darstellungen;
Bd. 23), S. 342 - 364.
Darstellung des Schicksals einer ’jüdisch-christlichen
Mischehe’, die 1942 in den Selbstmord getrieben wurde,
weil ihnen die Auswanderung nach Schweden versagt worden ist.
Klepper, Sohn eines evangelischen Pfarrers, hatte 1931 eine
Jüdin geheiratet und nach der sogenannten ’Reichskristallnacht’
1938 besonders auf Hilfe von Seiten der evangelischen Kirche
gehofft, die aber ausblieb. Der Beitrag geht über das
individuelle Schicksal hinaus und geht auf breiter Quellenbasis
auf die Verfolgung jüdisch-christlicher Familien im Nationalsozialismus
ein.
Dick, Lutz van:
Oppositionelles Lehrerverhalten 1933 - 1945: biographische
Berichte über den aufrechten Gang von Lehrerinnen und
Lehrern. Weinheim; München: Juventa-Verl., 1988. (Veröffentlichungen
der Max-Traeger-Stiftung; Bd. 6). 595 S., Ill.
Umfassende Darstellung mit Zeitzeugenbefragungen,
unter anderen von: Helene Hedde (Jg. 1895), Ahrensburg bei
Hamburg: Als ’vierteljüdische’ Studienrätin
an großstädtischem Gymnasium (S. 86 - 100) und
Maria Holst, der Tochter von Elisabeth Flügge (S. 163
- 178). Elisabeth Flügge setzte sich als Lehrerin an
einer Hamburger Privatschule besonders für ihre jüdischen
Schüler ein und stand als engagierte Laiin der ’Bekennenden
Kirche’ nah.
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Markus, Hamburg-Hoheluft
(Hrsg.): 100 Jahre St.
Markus - St. Markus im 100. Jahr. Hamburg: Ev.-Luth. Kirchengemeinde
St. Markus, 1999. 77 S., 81 S., Ill.
Reich illustrierte Chronik der Kirchengemeinde, die auch
die Zeit des Nationalsozialismus nicht ausspart. Bemerkenswert
ist ein umfangreicher Bericht (S. 31 - 35) mit den Kindheitserinnerungen
einer Christin jüdischer Herkunft an die Jahre 1933 bis
1946 im Hamburger Stadtteil Hoheluft und an die St. Markus
Kirchengemeinde.
Fladhammer, Christa: Dr.
Max Meyer 1890 - 1958: das Schicksal eines jüdischen
Arztes aus Hamburg. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische
Geschichte 87 (2001), S. 113 - 147.
Dargestellt wird die Lebensgeschichte des christlich getauften
Arztes Dr. Max Meyer, dessen Eltern bereits vom Judentum zum
christlichen Glauben übergetreten waren. Meyer wurde
1935 aufgrund einer Denunziation verhaftet, wegen verbotener
Abtreibungen angeklagt und ist nach dreijähriger Untersuchungshaft
1938 zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. 1941 gelang
es ihm nach der Haftentlassung zunächst nach Spanien
und von dort nach Kuba auzuwandern; seine Frau blieb in Hamburg.
1948 kehrte er nach Hamburg zurück und praktizierte wieder
als Arzt. Das typische Emigrantenschicksal wird durch ausführliche
Zitate aus seinen Briefen lebendig.
Flügge, Elisabeth; Bake, Rita
(Bearb.): Wie wird es weitergehen ...: Zeitungsartikel
und Notizen aus den Jahren 1933 und 1934; gesammelt und aufgeschrieben
von Elisabeth Flügge. Hamburg: Landeszentrale für
politische Bildung, 2001. 196 S.
Die Hamburger Lehrerin Elisabeth Flügge, eine engagiertes
Mitglied der Hamburger Landeskirche und der Bekennenden
Kirche nahestehend, hat in den Jahren 1933 und 1934
Kladden mit Zeitungsausschnitten und persönlichen Amerkungen
dazu, in denen sie sich kritisch mit dem Nationalsozialismus
auseinandersetzt, geführt. Schwerpunkte der Kritik sind
unter anderem die Kirchenpolitik und der Antisemitismus der
Nationalsozialisten. Die Hamburger Landeszentrale für
politische Bildung hat die Zeitungsausschnitte und handgeschriebenen
Bemerkungen ediert und mit Erläuterungen und einem biographischen
Anhang versehen im Dezember 2001 veröffentlicht.
Garbe, Detlef; Homann, Sabine: Jüdische Gefangene in Hamburger Konzentrationslagern. In: Herzig,
Arno (Hrsg.): Die Juden in Hamburg 1590 bis 1990: wissenschaftliche
Beiträge der Universität Hamburg zur Ausstellung
’Vierhundert Jahre Juden in Hamburg’. Hamburg:
Dölling und Galitz, 1991 (Die Geschichte der Juden in
Hamburg 1590 - 1990; Bd. 2), S. 545 - 559.
Bereits wenige Wochen nach der sogenannten ’Machtergreifung’
wurden in Hamburg von der Polizeibehörde Konzentrationslager
eingerichtet, so Wittmoor auf dem Gelände einer Torfverwertungsfabrik
und in den Gebäuden der Straftanstalt Fuhlsbüttel.
Nach Erlaß der ’Nürnberger Rassegesetze’
1935 wurden zahlreiche Juden als sogenannte ’Rasseschänder’
in das KZ Fuhlsbüttel eingewiesen, nach der sogenannten
’Reichskristallnacht’ vom 9./10. November 1938
waren es über 700, die von den Wachmannschaften besonders
drangsaliert wurden. Im Frühjahr 1940 wurde Hamburg-Neuengamme
als eigenständiges Konzentrationslager aufgebaut und
jüdische Gefangene zusammen mit ’Zeugen Jehovas’
in einem Block untergebracht. Die unmenschlich harte Zwangsarbeit
überlebte jeder dritte der jüdischen Gefangenen
nicht. Im September 1942 sind die Mehrzahl der in Neuengamme
inhaftierten Juden nach Auschwitz deportiert worden. Seit
Frühjahr 1944 wurden Juden aus ganz Europa als Zwangsarbeiter
in Neuengamme und seinen Außenlangern eingesetzt.
Goral, Arie: Judenpogrom,
November 1938: Reichsgesetze und Zeitungsberichte. Wie es
dazu kam und was danach geschah. Was man auch in Hamburg wissen
konnte, wenn man wollte: Dokumentation T. 1.2. Hamburg: Selbstverlag,
1988. unpag. [Standort: Institut für die Geschichte der
Deutschen Juden (Hamburg), Bibliothek.]
Sammlung von Gesetzestexten und Zeitungsausschnitten, insbesondere
aus Hamburger Lokalzeitungen, zur sogenannten Reichskristallnacht
vom 9./10. November 1938. Die Zusammenstellung enthält
keine Einleitung oder weiterführende Anmerkungen.
Hecht, Ingeborg:
Als unsichtbare Mauern wuchsen: eine deutsche Familie unter
den Nürnberger Rassegesetzen. Hamburg: Dölling und
Galitz, 1993. 156 S. [1. Aufl. 1984].
Erlebnisbericht einer jüdisch-christlichen
Familie in Hamburg während des Nationalsozialismus. Der
Widerstand gegen den Nationalsozialismus von Elisabeth Flügge,
einer Lehrerin der Autorin, wird ausführlich gewürdigt.
Herlemann, Beatrix:
’Euch rufe ich auf, deutsche Männer und Frauen!’:
der einsame Protest des Walter Gutmann. In: Herzig, Arno (Hrsg.):
Die Juden in Hamburg 1590 bis 1990: wissenschaftliche Beiträge
der Universität Hamburg zur Ausstellung ’Vierhundert
Jahre Juden in Hamburg’. Hamburg: Dölling und Galitz,
1991 (Die Geschichte der Juden in Hamburg 1590 - 1990; Bd.
2), S. 537 - 544.
Der jüdische Hamburger Kaufmann Walter
Gutmann verfaßte im November 1938 eine 14-seitige Flugschrift
gegen die nationalsozialistische Judenpolitik mit der er das
deutsche Volk zum Widerstand aufrief. In einer Auflage von
mehr als 1000 Exemplaren gedruckt, schickte er es an Geschäftsfreunde
und andere Personen. Im Dezember 1938 wurde er verhaftet,
zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt und später in Auschwitz
ermordet.
Herzig, Arno (Hrsg.):
Die Juden in Hamburg 1590 bis 1990: wissenschaftliche Beiträge
der Universität Hamburg zur Ausstellung ’Vierhundert
Jahre Juden in Hamburg’. Hamburg: Dölling und Galitz,
1991. (Die Geschichte der Juden in Hamburg 1590 - 1990; Bd.
2). 733 S., Ill.
Sammelband mit 49 Beiträgen und einer
Bibliographie, der ein facettenreiches Bild der jüdischen
Geschichte Hamburgs entwirft. Die Beiträge, die sich
mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen, werden
einzeln aufgeführt.
Kaiser, Silke:
Jüdische Frauen in Mischehen - Schutz vor der Deportation?.
In: Fuhlsbüttel unter dem Hakenkreuz. Hamburg: Dölling
und Galitz, 1996, S. 73 - 82.
Es werden einige Beispiele für christlich-jüdische
Mischehen in Fuhlsbüttel angeführt, z. B. der Schriftsteller
Robert Brendel und seine Frau. Außerdem wird über
ein ’Sonderkommando’ aus internierten Männer
aus ’Mischehen’ auf dem Friedhof Ohlsdorf berichtet.
Desweiteren wird ausführlich aus einem Interview mit
einer Christin jüdischer Herkunft referiert, die ihre
Erfahrungen mit der Gestapo aber auch die Hilfsbereitschaft
der Nachbarn darstellt.
Kaufmann, Gerhard (Hrsg.): Schatten: jüdische Kultur in Hamburg und Altona. Hamburg: Dölling
und Galitz, 1998. 149 S., Ill.
Reich bebilderter Katalog über jüdische
Kultur in Altona und Hamburg anläßlich einer Ausstellung
im Altonaer Museum in Hamburg. Mit Beiträgen über
Max Salzberg und seine Ehefrau Frieda, als Beispiel für
eine christlich-jüdische Ehe während des Nationalsozialismus
in Hamburg. Der gesamte Nachlaß (mitsamt des kompletten
Haushalts) des Ehepaars ist dem Museum überlassen worden.
Kühl, Margit:
Die jüdische Gemeinde in Hamburg 1933 – 1938. Hamburg,
1981. 90 S. Hamburg, Univ., Magisterarbeit, 1981 [Standort:
Institut für die Geschichte der Deutschen Juden (Hamburg),
Bibliothek].
Dargestellt wir die rechtliche Lage der jüdischen
Gemeinde in Hamburg und ihre Bemühungen um Hilfe für
ihre Mitglieder; besonders ausführlich wird das Schulwesen,
die Kulturarbeit und die Auswandererhilfe beleuchtet. Ausgewertet
wurden vor allem die Gemeindeakten aus dem Hamburger Staatsarchiv.
Lohalm, Uwe:
Hamburg im Dritten Reich: die nationalsozialistische Judenverfolgung
1933 bis 1945; ein Überblick. Hamburg: Landeszentrale
für Politische Bildung, 1999. 60 S., Ill.
Zusammenfassende Darstellung zur Judenverfolgung
in Hamburg, die auch im Sammelband ’Hamburg im Dritten
Reich’ der Hamburger Landeszentrale für politische
Bildung erschienen ist. Neben zahlreichen Zitaten aus den
gedruckten und ungedruckten Quellen zeichnet sich die Arbeit
vor allem durch sehr nützliche Tabellen aus, so über
den Bevölkerungsanteil der Juden in Hamburg, die Zahl
der Opfer der Judenverfolgung und die Deportationstransporte
1941 - 1945.
Lohalm, Uwe:
Hamburgs öffentliche Fürsorge und die Juden 1933
bis 1939. In: Herzig, Arno (Hrsg.): Die Juden in Hamburg 1590
bis 1990: wissenschaftliche Beiträge der Universität
Hamburg zur Ausstellung ’Vierhundert Jahre Juden in
Hamburg’. Hamburg: Dölling und Galitz, 1991 (Die
Geschichte der Juden in Hamburg 1590 - 1990; Bd. 2), S. 499
- 514.
Juden wurden von 1933 bis 1939 sukzessive
aus der staatlichen Sozialhilfefürsorge ausgeschlossen.
Seit April 1933 wurden die jüdischen hauptamtlichen und
nebenamtlichen Mitarbeiter der Wohlfahrtsbehörde entlassen
und den jüdischen Lieferanten der Behörde die Aufträge
entzogen. Auch die jüdischen Unterstützungsbedürftigen
sind schlechter gestellt worden, z. B. wurden sie von den
staatlichen Zuwendungen für kinderreiche Familien ausgenommen.
Nach dem Erlaß der ’Nürnberger Rassegesetze’
im September 1935 kam es zu weiteren Einschränkungen
und die Wohlfahrtsbehörde begann die Juden von den übrigen
Unterstützungsempfängern zu separieren; so entfernte
das Hamburger Jugendamt bis November 1938 alle ihm unterstellten
jüdischen Kinder aus seinen Heimen. Schließlich
wurden im November 1939 die Juden generell von allen staatlichen
Hilfsmaßnahmen ausgeschlossen. Sie waren jetzt allein
auf die Unterstützung des Jüdischen Religionsverbandes
angewiesen.
Lohalm, Uwe:
Der öffentliche Umgang mit der Armut: zur nationalsozialistischen
Fürsorgepolitik in Hamburg 1933 bis 1939. In: Bajohr,
Frank; Szodrzynski, Joachim (Hrsg.): Hamburg in der NS-Zeit:
Ergebnisse neuerer Forschungen. Hamburg: Ergebnisse-Verl.,
1995 (Forum Zeitgeschichte; Bd. 5), S. 231 - 258.
Der Autor geht nur auf die staatliche Fürsorgepolitik
ein, die Tätigkeit der Kirchen im Bereich von Diakonie
und Innerer Mission wird nicht dargestellt. Die Bedeutung
staatlicher Sozialleistungen in Hamburg war durch die Wirtschaftskrise
enorm angestiegen: 1933 bezog jeder vierte Hamburger finanzielle
Unterstützung durch die Wohlfahrtsbehörde. Durch
die sich erholende Wirtschaft verringerte sich die Zahl der
Unterstützungsbedürftigten, außerdem wurden
die Zuwendungsempfänger in den folgenden Jahren in hohem
Maße zum Arbeitseinsatz herangezogen. Besondere Bedeutung
für die nationalsozialistische Sozialpolitik hatte der
’rassebiologische Faktor’: Bezieher von Fürsorgeleistungen
waren in großem Umfang von Zwangssterilisationen betroffen.
Lohalm, Uwe:
Fürsorge und Verfolgung: Öffentliche Wohlfahrtsverwaltung
und nationalsozialistische Judenpolitik in Hamburg 1933 bis
1942. Hamburg: Ergebnisse-Verl., 1998. 111 S.
Bereits 1933 setzte die Ausgrenzung der Juden
aus der öffentlichen Wohlfahrt ein und wurde im Zuge
der ’Nürnberger Gesetze’ 1935 und der sogenannten
’Reichskristallnacht’ vom 9./10. November 1938
und ihren Folgen weiter verschärft. Die Juden sollten
systematisch aus der deutschen Gesellschaft herausgedrängt
werden. Die Hamburgische Wohlfahrtsverwaltung agierte, durch
Informationsaustausch und Koordination im Deutschen Gemeindetag,
in ähnlicher Weise wie die in anderen deutschen Großstädten
mit großen jüdischen Gemeinden z. B. Köln,
Frankfurt am Main und Berlin. Das Buch enthält einen
Dokumenten- und Tabellenanhang (mit dem Bevölkerungsanteil
der Juden in Hamburg und der Zahl der jüdischen Wohlfahrtsempfänger)
sowie ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis.
Ein Register ist nicht vorhanden.
Lorenz, Ina S.:
Die jüdische Gemeinde Hamburg 1860 - 1943: Kaiserreich
- Weimarer Republik - NS-Staat. In: Herzig, Arno (Hrsg.):
Die Juden in Hamburg 1590 bis 1990: wissenschaftliche Beiträge
der Universität Hamburg zur Ausstellung ’Vierhundert
Jahre Juden in Hamburg’. Hamburg: Dölling und Galitz,
1991 (Die Geschichte der Juden in Hamburg 1590 - 1990; Bd.
2), S. 77 - 100.
Grundlegender Überblick über die
Geschichte der Jüdischen Gemeinde von 1864 bis 1943 mit
zahlreichen statistischen Angaben. Mit der Aufhebung der Zwangsmitgliedschaft
in der jüdischen Gemeinde durch Gesetz vom November 1864
wurden die Sonderregelungen für Juden beseitigt und sie
wurden den Christen in der Hansestadt rechtlich gleichgestellt.
1926 gehörten der Jüdischen Gemeinde 20.749 (1,8
Prozent der Bevölkerung) Mitglieder an. Die Zahl der
christlich-jüdischen Ehen stieg während der Weimarer
Republik stark an, die Assimilierung schien weitgehend vollzogen.
Nach der sogenannten ’Machtergreifung’ der Nationalsozialisten
1933 kam es zu systematischen Diskriminierungen, worauf durch
Auswanderung die Zahl der Gemeindemitglieder auf unter 8.000
bis Ende 1940 fiel. Im Oktober 1941 begannen die Deportationen
in die Vernichtungslager und im Juni 1943 wurde die Jüdische
Gemeinde von der Gestapo aufgelöst.
Lorenz, Ina S.:
Das Leben der Hamburger Juden im Zeichen der ’Endlösung’
(1942 - 1945). In: Herzig, Arno; Lorenz, Ina; Rohde, Saskia
(Hrsg.): Verdrängung und Vernichtung der Juden unter
dem Nationalsozialismus. Hamburg: Christians, 1992 (Hamburger
Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden; Bd. 19),
S. 207 - 247.
Beitrag über das Schicksal der Juden
in Hamburg von den ersten Deportationen im Oktober 1941 bis
zum Kriegsende Mai 1945. Dargestellt wird der Abtransport
in die Vernichtungslager aber auch das Alltagsleben der wenigen
noch in Hamburg verbliebenen Juden. Nach Mitte 1942 befanden
sich in Hamburg im wesentlichen nur noch Juden, die in ’Mischehe’
lebten. Das alltägliche Leben wurde immer schwieriger,
insbesondere nach den Luftangriffen vom Juli 1943: viele waren
ausgebombt, die Lebensmittelrationen für Juden wurden
drastisch reduziert, andere Zuschüsse gekürzt. Noch
im Januar und Februar 1945 kam es zu Deportationen in das
Konzentrationslager Theresienstadt, die meisten Deportierten
lebten in sogenannten ’privilegierten Mischehen’.
Bei Kriegsende lebten nur noch 650 Juden in der Hansestadt,
davon 525 in privilegierter Mischehe.
Lorenz, Ina S.; Berkemann, Jörg: Kriegsende und Neubeginn: zur Entstehung der neuen
Jüdischen Gemeinde in Hamburg 1945 - 1948. In: Herzig,
Arno (Hrsg.): Die Juden in Hamburg 1590 bis 1990: wissenschaftliche
Beiträge der Universität Hamburg zur Ausstellung
’Vierhundert Jahre Juden in Hamburg’. Hamburg:
Dölling und Galitz, 1991 (Die Geschichte der Juden in
Hamburg 1590 - 1990; Bd. 2), S. 633 - 656.
Die Autoren gehen ausführlich auf das
Ende der alten jüdischen Gemeinde in Hamburg ein: 1937
schlossen sich die jüdischen Gemeinden in Altona, Hamburg
und Wandsbek zum ’Jüdischen Religionsverband Hamburg’
zusammen. Der Verband verlor im März 1938 durch Reichsgesetz
die Rechtsstellung einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft,
blieb aber zunächst noch im Besitz seiner Vermögenswerte.
Im November 1942 wurde er zwangsweise in die ’Reichsvereinigung
der Juden in Deutschland’ eingegliedert und nach deren
Auflösung im Juni 1943 das Vermögen von der Gestapo
beschlagnahmt. Zu diesem Zeitpunkt lebten noch 1.254 Juden
in Hamburg, überwiegend in ’Mischehen’ mit
Christen. Schon im Mai 1945 gründete der in einer ’Mischehe’
lebende Rechtsanwalt Max Heinemann die ’Hilfsgemeinschaft
der Juden und Halbjuden’, und im Juli 1945 trafen sich
12 Personen um eine neue Jüdische Gemeinde in Hamburg
zu begründen. Die weitere Entwicklung dieser Gemeinde
wird in dem Aufsatz sehr detailliert dargestellt.
Louven, Astrid:
Die Juden in Wandsbek: 1604 - 1940; Spuren der Erinnerung.
Hamburg: Heinevetter, 1989. 256 S., Ill.
Darstellung auf breiter Quellenbasis, mit
einem Schwerpunkt auf der Geschichte der Wandsbeker Juden
im 20. Jahrhundert. Die Diskriminierung der Juden im Nationalsozialismus
wird anhand des Schicksals zahlreicher Familien dargestellt.
Auch die Christen jüdischer Herkunft finden Beachtung:
unter ihnen Familie Bothmann (S. 169 - 181). Pastor Bernhard
Bothmann (1884 - 1952) heiratete 1913 die getaufte Jüdin
Emmy Cohn und übernahm 1925 die Pfarrstelle an der Kreuzkirche
Wandsbek-Hinschenfelde. 1939 wurde er auf Initiative von Propst
Dührkop und des Kirchengemeindevorstandes in den Ruhestand
versetzt. Der Hamburger Bischof Tügel, ein Studienfreund
Bothmanns, setzte sich für ihn ein und ermöglichte
ihm, auf dem Hauptfriedhof Ohlsdorf pfarramtliche Dienste
zu übernehmen. Das Buch ist mit zahlreichen zeitgenössischen
Fotos illustriert.
Louven, Astrid:
Juden in Wandsbek: Aspekte einer Nachbarschaft. In: Herzig,
Arno (Hrsg.): Die Juden in Hamburg 1590 bis 1990: wissenschaftliche
Beiträge der Universität Hamburg zur Ausstellung
’Vierhundert Jahre Juden in Hamburg’. Hamburg:
Dölling und Galitz, 1991 (Die Geschichte der Juden in
Hamburg 1590 - 1990; Bd. 2), S. 561 - 575.
Kurzgefasste Beschreibung der Geschichte
der Juden in Wandsbek und ihrer Einrichtungen
insbesondere der Friedhöfe, Schule und der Synagoge.
Die Autorin beschreibt das Schicksal angesehener jüdischer
Familien aus Wandsbek und ihre Ausgrenzung während des
Nationalsozialismus. Viele konnten nach Palästina auswandern.
Etwa 100 Juden aus Wandsbek wurden in die Vernichtungslager
deportiert, von denen nur 3 überlebten.
Meyer, Beate:
Goldfasane und Nazissen: die NSDAP
im ehemals roten Stadtteil Hamburg-Eimsbüttel.
Hamburg: Galerie Morgenland, 2002. 163 S., Ill.
Ein mit zahlreichen zeitgenössischen Photos illustrierter
Beitrag über die NSDAP in Hamburg-Eimsbüttel, die
hier 1938 etwa 14.000 Mitglieder hatte. Neben der Analyse
der Parteiorganisation werden umfassende biographische Angaben
zu den Funktionsträgern der Partei gemacht. Die Rolle
der lokalen Parteieinrichtungen bei der Judenverfolgung wird
ausführlich dargestellt. Ein Literaturverzeichnis beendet
den Band; Register sind nicht vorhanden.
Meyer, Beate: ’Jüdische
Mischlinge’: Rassenpolitik und Verfolgungserfahrung
1933-1945. Hamburg: Dölling und Galitz, 1999. (Studien
zur jüdischen Geschichte; Bd. 6). 489 S.
Das Buch ist
eine überarbeitete Fassung der 1998 von der Universität
Hamburg angenommenen Dissertation der Autorin. Es beruht auf
sehr umfassenden und ertragreichen Quellenstudien in zahlreichen
Archiven und der Auswertung von 60 lebensgeschichtlichen Interviews
aus dem Oral-history-Projekt ’Hamburger Lebensläufe
- Werkstatt der Erinnerung’; die spezifischen Hamburger
Verhältnisse stehen daher bei der Untersuchung im Mittelpunkt.
Nahezu alle Aspekte der nationalsozialistischen Politik gegenüber
den sogenannten ’Mischlingen’ und deren Auswirkungen
auf das Alltagsleben der Betroffenen werden gründlich
analysiert. Die Rolle der Kirchen und ihr Verhalten gegenüber
den Christen jüdischer Herkunft aber nur bei den Einzelfallanalysen
thematisiert.
Meyer, Beate:
’Besser ist doch, man taucht unter’: Zur Verfolgung
der ’Halbjuden’ in Hamburg. In: Bajohr, Frank;
Szodrzynski, Joachim (Hrsg.): Hamburg in der NS-Zeit: Ergebnisse
neuerer Forschungen. Hamburg: Ergebnisse-Verl., 1995 (Forum
Zeitgeschiche; Bd. 5), S. 125 - 150.
Grundlegender Beitrag über die sogenannten
’jüdischen Mischlinge’ in Hamburg, zu denen
bei der Volkszählung 1939 insgesamt 4.428 Personen gezählt
wurden. Schon 1933 kam es zu Entlassungen aus dem öffentlichen
Dienst, durch die ’Nürnberger Rassegesetze’
wurden Diskriminierungen weiter verschärft und rechtlich
fixiert. Es galt zum Beispiel ein Heiratsverbot mit sogenannten
’Ariern’. 1943 verschärfte sich ihre Situation
weiter: viele ’Mischlinge’ wurden in Arbeitsbataillone
einberufen; seit Frühjahr 1944 dann zur Zwangsarbeit
in Lager eingewiesen. Gegen Ende des Krieges überwog
die Angst, in
den Vernichtungsprozeß einbezogen zu werden. Im Februar
1945 wurden 194 jüdische Ehepartner aus ’privilegierten
Mischehen’ in das Konzentrationslager Theresienstadt
deportiert.
Meyer, Beate:
Ausgrenzung, Vertreibung und Ermordung der Eimsbütteler
Juden. In: Herzig, Arno (Hrsg.): Die Juden in Hamburg 1590
bis 1990: wissenschaftliche Beiträge der Universität
Hamburg zur Ausstellung ’Vierhundert Jahre Juden in
Hamburg’. Hamburg: Dölling und Galitz, 1991 (Die
Geschichte der Juden in Hamburg 1590 - 1990; Bd. 2), S. 601
- 611.
Dargestellt wird das Schicksal dreier Familien
aus Hamburg-Eimsbüttel im Nationalsozialismus, deren
Namen anonymisiert worden sind. Die Informationen stammen
aus einem ’oral history’ Forschungsprojekt der
Projektgruppe ’Juden in Eimsbüttel’, die
Informationen zu 1.500 Personen jüdischer Herkunft zusammengetragen
und zahlreiche Interviews geführt hat. Neben einer orthodox-jüdischen
und einer liberal-jüdischen Familie wird die Geschichte
einer christlich-jüdischen Familie aus dem Arbeitermilieu
in Eimsbüttel-Nord erzählt.
Pritzlaff, Christiane:
Entrechtet-ermordet-vergessen: jüdische Schüler
in Hamburg; Begleitmaterialien zur Tonbildschau. Hamburg:
Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung, 1996.
(Geschichte - Schauplatz Hamburg). 99 S., Ill.
Sehr anschauliche Darstellung über das
Schicksal jüdischer und christlich-jüdischer Schüler
in Hamburg während des Nationalsozialismus. Mit umfangreichem
Dokumentenanhang.
Pritzlaff, Christiane:
Schülerschicksale in Hamburg während der NS-Zeit,
z. B. Rolf Arno Baruch (1.6.1920 - 1945). In: Herzig, Arno
(Hrsg.): Die Juden in Hamburg 1590 bis 1990: wissenschaftliche
Beiträge der Universität Hamburg zur Ausstellung
’Vierhundert Jahre Juden in Hamburg’. Hamburg:
Dölling und Galitz, 1991 (Die Geschichte der Juden in
Hamburg 1590 - 1990; Bd. 2), S. 527 - 536.
Biographische Studie über einen jüdischen
Hamburger Schüler, der in einem liberalen Elternhaus
aufgewachsen, sich der zionistischen Jugendorganisation ’Makkabi
Hazair’ anschloß, um nach Palästina auszuwandern.
Er bereitete sich durch die ’Hachschara’, die
Vermittlung landwirtschaftlicher Fähigkeiten und Palästinakunde,
auf die Emigration vor. Die Auswanderungsbemühungen mißlangen:
Rolf Baruch wurde in Auschwitz ermordet.
Riegel, Arthur:
Else Rauch: der Leidensweg einer Hamburger Lehrerin. Hamburg:
[Selbstverlag des Verfassers], 1995. 135 S., Ill.
Biographie der Hamburger Lehrerin Else Rauch
(1888 - 1942), einer Christin jüdischer Herkunft. Else
Rauch, geborene Meyer, wurde 1933 aus dem Schuldienst entlassen
und im Oktober 1941 in das Getto Litzmannstadt (Lodz) deportiert;
im Mai 1942 ist sie im Vernichtungslager Kulmhof (Chelmo)
ermordet worden. Ihr ehemaliger Schüler Arthur Riegel
hat ihren Leidensweg anhand der Akten und durch Zeugenaussagen
rekonstruiert. Das Buch ist mit zahlreichen zeitgenössischen
Fotos und Dokumenten illustriert.
Riemann, Thorsten:
Die Aneignung jüdischer Vermögen im NS-Staat: das
Beispiel Hamburg. Lüneburg, 1997. 123 S. Lüneburg,
Univ., Magisterarbeit, 1997 [Standort: Institut für die
Geschichte der Deutschen Juden (Hamburg), Bibliothek].
Dargestellt wird die zunehmende Entrechtung
und wirtschaftliche Ausplünderung der Juden in Hamburg.
In einer Fallstudie wird anhand der 14. Deportation aus Hamburg
in das Konzentrationslager Theresienstadt das Schicksal von
107 Personen beleuchtet, mit besonderer Berücksichtigung
der christlich-jüdischen ’Mischehen’.
Seidler, Meir:
Joseph Carlebach (1883 - 1942): Aus dem geistigen Schaffen
des Oberrabbiners. In: Paul, Gerhard; Gillis-Carlebach, Miriam (Hrsg.): Menora und Hakenkreuz: zur Geschichte der Juden in
und aus Schleswig-Holstein, Lübeck und Altona (1918 -
1998); eine gemeinsame Publikation des Forschungsprojektes
’Zur Sozialgeschichte des Terrors’ am Institut
für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte
an der Bildungswissenschaftlichen Hochschule Flensburg-Universität
(Schleswig) und des Joseph-Carlebach-Instituts an der Bar
Ilan-Universität (Ramat Gan) Israel. Neumünster:
Wachholtz, 1998, S. 95 - 106.
Dargestellt werden die Positionen des Hamburger
Oberrabbiners zu zentralen Fragen des jüdischen Glaubens
anhand einer Auswahl seiner Schriften.
Sielemann, Jürgen:
Fragen und Antworten zur ’Reichskristallnacht’
in Hamburg. In: Eckardt, Hans Wilhelm; Richter, Klaus (Hrsg.):
Bewahren und Berichten: Festschrift für Hans-Dieter Loose
zum 60. Geburtstag. Hamburg: Verlag Verein f. Hamburgische
Geschichte, 1997 (Zeitschrift des Vereins für Hamburgische
Geschichte; Bd. 83, T. 1), S. 473 – 501.
Akribische Darstellung, aus den Akten geschrieben,
die den historischen Mythos widerlegt, in Hamburg habe sich
Gauleiter Karl Kaufmann gegen die Verwüstung der jüdischen
Geschäfte und Brandstiftung der Synagogen gestellt. Der
Autor führt genau auf, welche Geschäfte zerstört
wurden, soweit sich dies feststellen ließ, und kommt
zu folgendem Ergebnis: die sogenannte ’Reichskristallnacht’
vom 9./10. November 1938 und die anschließende Verhaftungswelle
der Gestapo verlief in Hamburg nicht milder, als in anderen
Großstädten.
Studemund-Halevy, Michael: Bibliographie zur Geschichte der Juden in Hamburg. München u.a.:
Saur, 1994. (Bibliographien zur deutsch-jüdischen Geschichte;
5). XIV, 256 S.
Enthält 3507 Titelnachweise zur Geschichte
der Juden in Hamburg, größtenteils Artikel aus
in Hamburg erschienenen jüdischen Zeitungen und Zeitschriften.
Darüber hinaus wird auch ungedrucktes Material z. B.
Aktenbände aus Archiven nachgewiesen. Die bibliographischen
Angaben sind nicht immer zuverlässig.
Ueckert-Hilbert, Charlotte (Hrsg.): Fremd in der eigenen Stadt: Erinnerungen jüdischer
Emigranten aus Hamburg. Hamburg: Junius, 1989. 201 S.
31 biographische Skizzen Hamburger Juden
und Christen jüdischer Herkunft, die rechtzeitig auswandern
konnten und sich an den Alltag der 1930ger Jahre in der Hansestadt
erinnern. Das Buch enthält zahlreiche zeitgenössische
Photos und Abbildungen von Dokumenten.
Wamser, Ursula; Weinke, Wilfried
(Hrsg.): Ehemals in Hamburg zu Hause: Jüdisches Leben
am Grindel. Hamburg: VSA, 1991. 247 S., Ill.
Sammelband mit zahlreichen Aufsätze
insbesondere zur jüdischen Kultur in Hamburg sowie zur
Verfolgung während des Nationalsozialismus. Die Beiträge
sind meistens autobiographisch angelegt.
Zürn, Gaby:
Forcierte Auswanderung und Enteignung 1933 bis 1941: Beispiele
Hamburger Juden. In: Herzig, Arno (Hrsg.): Die Juden in Hamburg
1590 bis 1990: wissenschaftliche Beiträge der Universität
Hamburg zur Ausstellung ’Vierhundert Jahre Juden in
Hamburg’. Hamburg: Dölling und Galitz, 1991 (Die
Geschichte der Juden in Hamburg 1590 - 1990; Bd. 2), S. 487
- 497.
Bis zum Verbot im Oktober 1941 waren ungefähr
8.000 bis 10.000 Juden aus Hamburg legal ausgewandert. Die
Nationalsozialisten begrüßten grundsätzlich
die Auswanderung, sie waren aber daran interessiert möglichst
viel Geld und Sachwerte der Emigranten einzuziehen. In immer
weiter verschärften Verordnungen und Erlassen versuchte
man der Vermögen habhaft zu werden.

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