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Presseberichterstattung Plön
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"Die verborgene Verfolgung"
Mit freundlicher Genehmigung der Ostholsteiner Zeitung
vom 17.06.03
Plön - Als letzter Begleitvortrag zur Ausstellung "Kirche,
Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945" steht in der
Nikolaikirche am Plöner Markt Dienstag, 17. Juni das
Thema "Die verborgene Verfolgung" auf der Tagesordnung.Gemeint
ist damit, dass sich der Rassismus und die Missachtung von
Menschenwürde und Menschenrechten oft schon aus der Tatsache
ergaben, dass die Opfer jüdischer Abstammung waren. Alle
Interessierten sind um 19:30 Uhr in der Kirche willkommen,
um Pastor Walter Knocke (Oldenburg) als Referenten zu diesem
Thema zu hören. Die Ausstellung selber läuft noch
bis Sonntag, 22. Juni (täglich 10:30 bis 12:30 und 14:30
bis 17 Uhr).
KK
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Kirche, Christen und Juden in
der Zeit 1933-1945"
Vereinigung
der Verfolgten des Naziregimes
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
Landesverband Schleswig-Holstein vom 06.06.03
Kirche, Christen und Juden in der Zeit 1933-1945"
so nennt sich die Ausstellung, die von Ende Januar bis Mitte
Februar in der Eutiner Michaeliskirche gezeigt wurde.
Der Historiker Dr. Stephan Linck warnte auf der Eröffnungsveranstaltung
vor der Einschätzung, dass die Zustimmung von kirchlichen
Vertretern zur Politik der Nazis erzwungen worden sei oder
wie eine Jugendsünde gewertet werden könne Schon
Jahre vor der Machtübertragung an Hitler hätten
die Nazis ihre Politik den Juden gegenüber offen dagelegt.
Die Wanderausstellung sei das Ergebnis eines begonnenen, aber
längst noch nicht abgeschlossenen Forschungsprojektes
über die Mitschuld am millionenfachen Mord durch aktive
Hilfe und Schweigen, wie sie die Nordelbische Kirche in ihrem
Schuldbekenntnis eingestanden habe. .
In einem der Begleitprogramme hielt der Kieler Historiker
Hansjörg Buss einen Vortrag über das Wirken des
ehemaligen Propsten und Bischofs Wilhelm Kieckbusch, der von
1930 bis 1976 die Landeskirche Eutin prägte. Politisch
tendierte er zur deutschnationalen Rechten," führte
Dr. Linck aus. In Predigten wandte er sich gegen das Versailler
Diktat" und die Kriegsschuldlüge" , innenpolitisch
beklagte er die politische Zerrissenheit des deutschen Volkes
und trat für die Aufrechterhaltung von Sitte, Moral
und Ordnung" ein. Sofort übernahm er im September
1933 die Arierparagraphen" und stimmte der staatlichen
Ausgrenzung der deutschen Juden zu. Nach 1945 lehnte er eine
Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ebenso ab wie
die Schulderklärung der Kirche. Mit dieser Haltung
entsprach er der überwiegenden Meinung der ostholsteinischen
Bevölkerung" urteilte Dr. Buss
Auch der Geistliche Joachim Hossenfelder gehörte zu
den führenden Mitgliedern der Deutschen Christen".
Bereits 1929 war er der NSDAP beigetreten und maßgeblich
an deren Richtlinien beteiligt. Als er sich 1953 um eine Pfarrstelle
in der Eutiner Landeskirche bewarb, setzte sich Kieckbusch
tatkräftig für ihn ein. 1954/55 erhielt er eine
Pfarrstelle in Ratekau und blieb dort bis 1970.
Ähnlich verhielt es sich mit dem Präsidenten der
Thüringischen Landeskirche, Hugo Rönck, der während
der Nazizeit treu zur faschistischen Ideologie und seiner
Rassenlehre stand. Auch er erhielt 1947 unter Kieckbusch eine
Pfarrstelle in Eutin.
Auch in anderen Landeskirchen kamen nach dem Krieg
wieder Theologen ins Amt, die sich aktiv in den Dienst der
nationalsozialistischen Ausgrenzung- und Vernichtungspolitik
gestellt hatten," führte Dr. Buss aus, das
Besondere an der Landeskirche Eutin war jedoch, dass dies
in vollkommener Kenntnis der Kirchenleitung und der Öffentlichkeit
vollzogen und von diesen überwiegend positiv bewertet
wurden. Kirchenintern war man sich einig, dass doch mal ein
Schlussstrich gezogen werden müsse".
Vom Umgang mit der Schuld" war das Thema der Begleitveranstaltung
in Neumünster. Der Historiker Stephan Linck zeigte am
Beispiel des Neumünsteraners Ernst Szymanowski ,wie auch
in dieser Stadt keine Lehren aus der Vergangenheit gezogen
, sondern im Gegenteil wissentlich unterdrückt wurden.
Propst Ernst Szymanowski oder Biberstein, wie er sich ab 1941
nannte, weil ihm sein Name zu undeutsch klang, verkündete
die Naziideologie von der Kanzel herab. Das aber genügte
ihm nicht: er ließ sich zum SD- und Gestapochef ernennen
und war für Verbrechen in der Ukraine verantwortlich.
Im Nürnberger Einsatzgruppenprozess wurde er zum Tode
verurteilt, wurde aber 1957 begnadigt. Szymanowski, der nach
wie vor die Kriegsverbrechen leugnete und keine Reue zeigte,
hatte in dem Neumünsteraner Propsten Richard Steffen
einen Fürsprecher, der selbst aktiver Nazi gewesen war.
Die schleswig-holsteinische Landeskirche breitete den Mantel
des Schweigens über ihre belasteten Pastoren hier
in Ostholstein wie auch anderswo. Es ist kein Geheimnis, dass
die Entnazifizierung in Schleswig-Holstein eine Farce genannt
werden kann. Die Aufarbeitung in der Nordelbischen Kirche
ist ein längst überfälliger Versuch, die Vergangenheit
aufzuhellen..
Es ist zu begrüßen, dass die Wanderausstellung
Kirche, Christen und Juden in der Kirche " neben
der sogen. Wehrmachtsausstellung hier in Neumünster gezeigt
wird.
Marianne Wilke
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Die Kirche und der Holocaust
Mit freundlicher Genehmigung der Kieler Nachrichten
vom 2.Juni 2003
Plön Als weitere Begleitveranstaltung
zur Ausstellung des Nordelbischen Kirchenarchivs über
Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945
wird am Dienstag, 3.Juni, in der Nikolaikirche in Plön
zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Historiker
eingeladen, der inhaltlich für die Dokumentation verantwortlich
war: Dr. Stephan Linck aus Kiel. Sein Thema lautet ab 19.30
Uhr in der Kirche Die evangelische Kirche und der Holocaust.
Die Ausstellung ist noch bis 22.Juni täglich 10.30 bis
12.30 und 14.30 bis 17 Uhr zu besichtigen (Eintritt frei).
KK
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Nicht entschuldbar
Nordelbische Kirchenzeitung vom 1.Juni 2003
Zu NEZ Nr. 16/03: Kirche nur für Arier
Mit freundlicher Genehmigung der "Die Nordelbische"
Ganz klar vorweg: Was am 7.April 1933 mit dem Gesetz
für Wiederherstellung des deutschen Beamtentums
geschah, ist nicht entschuldbar! Wer immer diesen Satz lesen
wird, möge bedenken, dass ich nach einer emotionslosen
Formulierung suchte. Was mir aber bei der Darstellung von
Dietmar Kehlbreier nicht gefällt, ist die zu sehr vereinfachende
Darstellung des Themas:
a) z.B.: Reichsbischof Müller fand nicht
überall anklang
b) zum Text: Die Kirchenwahlen fanden im wesentlichen
in der Kirche der Altpreußischen Union statt,
niemals in Schleswig-Holstein. Ob in anderen Landeskirchen,
weiß ich nicht.
Wer über Zeitgeschichte nach 1933 Probleme der Kirchengeschichte
mit in seine Darstellungen einbezieht, ,möge bedenken,
dass dabei Berlin noch lange nicht Deutschland
war. Doch ich will gerne leider (!) mit bedenken, dass
in Schleswig-Holstein die DC auch sehr viel Macht erworben
hatten, was die Wanderausstellung Juden und Christen
demonstriert.
Johannes Carl Hahn, Husum
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Kirche, Christen, Juden in Nordelbien
Nordelbische Kirchenzeitung vom 1.Juni 2003
Mit freundlicher Genehmigung der "Die Nordelbische"
Plön Als Ausstellung des Kirchenkreises
Plön gastiert die Wanderausstellung: Kirche, Christen,
Juden in Nordelbien 1933-1945, noch bis zum 22.Juni in der
Plöner Nikolaikirche. Die Ausstellung will in den kommenden
Wochen die Erinnerung an einen schwierigen Zeitabschnitt wach
halten und Einzelnen und besuchenden Gruppen eine Meinungsbildung
erleichtern. Die Öffnungszeiten sind täglich von
10.30 bis 12.30 und 14.30 bis 17 Uhr, Führungen nach
Vereinbarung.
Folgende Vorträge begleiten die Ausstellung: 3.Juni,
19.30 Uhr, Dr. Stephan Linck: Die evangelische Kirche
und der Holocaust; 10.Juni, 19.30 Uhr, Pastorin Hanna
Lehming: Die Bibel zwischen Christen- und Judentum;
17.Juni, 19.30 Uhr, Pastor Wilhelm Knoke: Die verborgene
Verfolgung Jüdische Abstammung als Makel.
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Ausstellung Kirche, Christen,
Juden macht Station in Plön
Mit freundlicher Genehmigung der Ostholsteiner Zeitung
vom 26.Mai 2003
Plön In der Nikolaikirche
am Plöner Markt macht seit gestern die Wanderausstellung
Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945
Station. Die bis zum 22.Juni bei täglichen Öffnungszeiten
von 10.30 bis 12.30 und 14.30 bis 17 Uhr zu besichtigende
Dokumentation, getragen vom Nordelbischen Kirchenarchiv (Kiel),
wird inhaltlich ergänzt und begleitet von mehreren Vorträgen.
Zum Auftakt spricht der frühere Propst des Kirchenkreises
Plön, Jörgen Sontag, am morgigen Dienstag, 27.Mai,
ab 19.30Uhr in der Nikolaikirche über Die mühsamen
Schritte der evangelischen Kirche zur Anerkennung ihrer Mitschuld
an der Judenverfolgung.
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Ausstellung über Judenverfolgung
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Kirche erkennt Mitschuld
Mit freundlicher Genehmigung der Ostholsteiner Zeitung
vom 26.Mai 2003
Plön Lange, viel zu lange hat
es gedauert, bis die evangelische Kirche in Deutschland ihre
Mitschuld an der Judenverfolgung während der Terrorjahre
des NS-Regimes offiziell anerkannte; in Form der Wanderausstellung
Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945
liegt dieses Eingeständnis jetzt erstmals auch in der
Plöner Nikolaikirche sicht- und nachvollziehbar vor.
Die vom Nordelbischen Kirchenarchiv (Kiel) getragene Ausstellung,
die unter anderem schon in Eutin breite Beachtung fand, kann
seit gestern bis zum 22.Juni täglich von 10.30 bis 12.30
und 14.30 bis 17 Uhr besichtigt werden (Führungen nach
Vereinbarung über das Plöner Kirchenbüro, Telefon
04522 / 2235). Auslöser für diese allein schon wegen
der verstreuten Quellenlage höchst arbeitsaufwändigen
Dokumentation war die Schulderklärung, die die nordelbische
Synode zum 60. Jahrestag der Reichspogromnacht
vom 9.November 1938 abgegeben hatte; also immerhin 53 Jahre
nach dem Untergang des Hitler-Deutschlands. Anhand von historischen
Daten und der Vorstellung verschiedener Persönlichkeitsporträts
macht die Ausstellung die Verquickungen und tendenziellen
Übereinstimmungen des NS-Rassismus mit Teilen der damaligen
Kirche deutlich. Die Plöner Pastoren, so gestern Ulrich
Gradert aus Niederkleveez, wollen zusammen mit engagierten
Laien währende der ganzen Ausstellungsdauer dafür
sorgen, dass ständig jemand von ihnen in der Nikolaikirche
anwesend ist und die Besucher mit den nötigen Informationen
über den multimedialen Aufbau der Dokumentation versorgen
kann.
Hinzu kommt das Angebot, die Inhalte der Ausstellung durch
Vorträge zu ergänzen. Als erster wird der frühere
Propst des Kirchenkreises, Jörgen Sontag (jetzt Kiel)
am morgigen Dienstag, 27.Mai, ab 19.30 Uhr in der Nikolaikirche
genau auf die Frage eingehen, die quasi Aufhänger des
Ganzen ist: Aber das Wort sagten sie nicht Die
mühsamen Schritte der evangelischen Kirche in Deutschland
zur Anerkennung ihrer Mitschuld an der Judenverfolgung.
Im Juni folgen drei weitere Vorträge, die die KN jeweils
zeitgerecht ankündigen werden.
KK
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Plöner Schüler liefern regionales Material für
Wanderausstellung
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Heikle Früchte der Recherche
Mit freundlicher Genehmigung der Ostholsteiner Zeitung
vom 23.Mai 2003
Plön Vier ehemalige Plöner Schüler
im Kirchenkampf stehen im Mittelpunkt der Ausstellung Kirche,
Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945. Für das
so genannte lokale Fenster der Wanderausstellung,
die morgen in der Nikolaikirche eröffnet wird, haben
Schüler der Geschichts-AG des Gymnasiums Schloss Plön
den regionalen Bezug zu diesem schwierigen Thema hergestellt.
Gezeigt werden Absolventen des Plöner Gymnasiums, die
1904 und 1914 ihre Abiturprüfungen bestanden und deren
Lebensläufe sich in der NS-Zeit miteinander verwoben
hatten.
Eigentlich haben wir an einem Beitrag für die
Festschrift zum Schuljubiläum gearbeitet, erläuterte
der Geschichtslehrer Dr. Karsten Dölger. Ausgehend von
den insgesamt sieben Abiturienten des Jahres 1904 habe man
einen Bogen zum 300-jährigen Bestehen des Gymnasiums
im kommenden Jahr spannen wollen. Wir wussten zunächst
nur die Namen, erklärte Jessica Baasch. Es folgte
eine aufwändige Recherche im derzeit noch etwas
schlecht geordneten Schularchiv, im Stadt- und im Kreisarchiv.
Als sich herausstellt, dass drei spätere Theologen aus
diesem Abi-Jahrgang hervorgegangen waren, wurde die Spurensuche
auf kirchliche Archive ausgeweitet. Sogar die israelische
Gedenkstätte Yad Vashem und Holocaust-Museum in Washington
wurden als Quellen hinzugezogen.
Ergebnis: Diese drei Schüler erlangten für
Schleswig-Holstein eine gewisse Bedeutung, so Dölger.
Zudem wiesen die Lebensläufe gewisse Parallelen auf.
Hans Treplin war ein führendes Mitglied der Bekennenden
Kirche. Pastor Walter Auerbach wurde wegen seiner jüdischen
Herkunft zwangspensioniert. Die Spur von Hans Nassauer, einem
der wenigen Schüler jüdischen Glaubens zu dieser
Zeit in Plön, verliert sich in den 30er Jahren. Bei den
weiteren Nachforschungen tauchte immer wieder der Name von
Dr. Christian Kinder, dem Sohn des ehemaligen Plöner
Bürgermeisters und Ehrenbürgers Johann Christian
Kinder, auf. Der Abiturient aus dem Jahre 1914 trat 1925 in
den Verwaltungsdienst der Landeskirche ein. Wurde ab 1934
zunächst Reichsleiter der Deutschen Christen und später
Präsident der Landeskirche. In dieser Funktion
hatte er sicherlich auch die Zwangspensionierung Auerbachs
mitzuverantworten, erläuterte Helge Stephan. Doch
die Tatsache dass der jüdische Auerbach in Hamburg überlebt
habe, schließe nicht aus, das Kinder anschließend
eine schützende Hand über seinen Mitschüler
gelegt habe. In seinen Rechtfertigungsschriften rechtfertigte
sich Kinder stets, mit der Zwangspensionierung zu Auerbachs
Gunsten gehandelte zu haben. Aus pädagogischer
Sicht ist dies das wichtigste Ergebnis unserer Arbeit,
erläuterte Dölger. Mit schwarz und weiß, falsch
und richtig, schuldig oder unschuldig werde man diesem Thema
nicht gerecht.
dsn
Wanderausstellung Kirche, Christen, Juden in Nordelbien
1933-1945, Plöner Nikolaikirche, ab 25.Mai täglich
von 10.30 bis 12.30 und 14.30 bis 17 Uhr, bis 22.Juni.
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