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Presseberichterstattung Schleswig
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Wanderausstellung Kirche Christen Juden
in Nordelbien 1933-45 erfolgreich eröffnet
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Schuld, Mitschuld und Bewältigung
Nordelbische Kirchenzeitung, Evangelisch-lutherisches Wochenblatt,
21.04.2002
Mit freundlicher Genehmigung der "Die
Nordelbische"
SCHLESWIG Bis Anfang Mai wird im St. Petri-Dom die
Wanderausstellung Kirche Christen Juden
in Nordelbien 1933-45 gezeigt. Sie ist wie schon zuvor
in Rendsburg, Hamburg, Kiel, Lübeck und Marne auch hier
bei vielen Besuchern auf reges Interesse gestoßen und
hat die Fragen nach Schuld, Mitschuld und Bewältigung
neu belebt. Zur Eröffnungsveranstaltung am 8. April waren
etwa 100 Besucher gekommen. Zwischen den Kurzvorträgen
erklang Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Monika Eder
(Sopran) sang u.a. die beiden Arien Seid stille im Herrn
und So ihr mich von ganzem Herzen suchet aus dem
Oratorium Elias, und Rainer Selle spielte Präludium
und Fuge d-Moll.
Nach der Begrüßung durch die stellvertretende
Pröpstin Johanna Lenz-Aude fand der Erste Kreisrat Ingo
Degner anerkennende Worte zu Form und Inhalt der Ausstellung:
sie sei ein Appell an Toleranz und Zivilcourage. Pastorin
Anke Wolff-Steger erläuterte die lokalen Fenster,
gezielte Darstellungen aus dem Kirchenkreis Schleswig. Dr.
Annette Göhres, Leiterin des Nordelbischen Kirchenarchivs,
berichtete vom Zustandekommen der Ausstellung seit der Landessynode
1997, und der Historiker Stephan Linck gab einen Einblick
in die Anordnung der Dokumentation.
Zum abschließenden Rahmenprogramm gehört ein Stadtrundgang
in Friedrichstadt am 20.4. mit der Stadtarchivarin Christiane
Thomsen. Im Schleswiger Dom spricht am 22.4. um 19:30 Uhr
der Historiker Dr. Stephan Linck über Antisemitismus
in der schleswig-holsteinischen Landeskirche und am 25.4.
um 15:30 Uhr Dr. Bettina Goldberg über das Leben jüdischer
Kinder unter dem NS-Regime. Jiddische Lieder, vorgetragen
vom Ernst Busch Chor Kiel, erklingen am 27.4. während
der Wochenschlussandacht um 18:30 Uhr. Propst i.R. Jörgen
Sonntag beschließt die Vortragsreihe am 29.4. um 19:30
Uhr, er spricht über die mühsamen Schritte der evangelischen
Kirche zur Anerkennung ihrer Mitschuld an der Judenverfolgung.
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Nazi-Größen. Nationalsozialistische Symbole auf
dem Mühlenfriedhof.
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NS-Pastor ruht unter großem Hakenkreuz
Mit freundlicher Genehmigung der Flensborg
Avis
12.04.2002
FLENSBURG. Im Zusammenhang mit der laufenden Ausstellung
Kirchen Christen Juden im Schleswiger
Dom, die ein kritisches Licht auf das Verhältnis der
Kirche zum Nationalsozialismus wirft, spielt auch ein Flensburger
Kapitel eine Rolle.
Dabei handelt es sich um den Hauptpastor in St. Johannes,
Friedrich Andersen, der 1940 als hochgeehrter Nationalsozialist
und Ehrenbürger der Stadt gestorben ist (wir berichteten).
Er ruht auf dem Flensburger Mühlenfriedhof.
Den Grabstein ziert auch heute noch ein großes Hakenkreuz.
Das gleichgroße nationalsozialistische Symbol wurde
auch in den Stein daneben gemeißelt und blieb ebenfalls
bis heute erhalten. Frische Blumen zierten in dieser Woche
die Nazi-Grabstelle.
Der stadthistorisch bewanderte Flensburger W. L. Christiansen
wundert sich darüber, dass diese Symbole immer noch auf
dem Friedhof dokumentieren, das die Landeskirche seinerzeit
den völkischen Kampf gegen den zersetzenden jüdischen
Einfluss unterstützt hat.
Patriotische Abendandachten
Nach seinen Recherchen war Andersen nicht der einzige NS-Pastor,
wohl aber ein herausragender als gleichzeitiger politischer
Leiter der NSDAP-Ortsgruppe.
Zu dessen Gesinnungsgenossen im Verein Glaubensbewegung
Deutsche Christen zählten Heinrich Kähler
und Johannes Lensch. Laut W. L. Christiansen wurde Kähler
wegen seiner patriotischen Abendandachten bekannt, die den
Krieg als Pfingstfest des deutschen Volkes feierten.
Der 1933 gewählte Landesbischof Adalbert Paulsen aus
Krummenort schwärmte gleichzeitig von Braun als Farbe
des deutschen Lebens und ließ eine Synode mit
Sieg Heil und Horst-Wessel-Lied schließen.
Otmar Petersen
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Geschichte. Ausstellung im Dom über die Rolle der Kirche
im Nationalsozialismus beleuchtet anhand von neun Lebensläufen
unterschiedliche Handlungsweisen Kirchenbediensteter gegenüber
Juden.
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Täter bekommen ein Gesicht
Mit freundlicher Genehmigung der Flensborg
Avis
10.04.2002
SCHLESWIG. Jeder Mensch hat zu jeder Zeit die Wahl, wie er
mit den Ausgegrenzten der Gesellschaft umgehen will. Dies
trifft auch für die Zeit des Nationalsozialismus zu.
Eine Ausstellung des Nordelbischen Kirchenarchivs im St. Petri-Dom
stellt auf beeindruckende und selbstkritische Weise anhand
von neun Lebensläufen dar, welche Verhaltensweisen sie
gewählt haben.
Das Ausmaß kirchlicher Schuld
Schleswig ist die sechste Station unserer Wanderausstellung,
die bislang viel Aufsehen erregt hat, sagte Dr. Stephan
Linck, der für die inhaltliche Konzeption verantwortlich
ist, zur Eröffnung. Das Ausmaß kirchlicher
Schuld an der Judenverfolgung, das erstmals in dieser Breite
dargestellt wird, emotionalisiert.
Die Ausstellung zeigt Vergangenheit, die doch nicht
vergangen ist, weil sie prägend ist und nachwirkt,
sagte die stellvertretende Pröpstin Johanna Lenz-Aude.
Sie macht Geschichte zu Geschichten von Leid und Verrat,
von Menschlichkeit, Tod und Vergeben. Besonders junge
Menschen seien aufgefordert, sich die Ausstellung anzusehen.
Denn eine Erinnerung sind wir uns selbst, aber ganz
besonders ihnen schuldig, damit wir menschlicher werden,
ergänzte Anke Wolff-Steger, Pastorin des Jugendpfarramtes.
Appell an Zivilcourage
Der stellvertretende Landrat Ingo Degner zollte der Ausstellung
Anerkennung, weil die nordelbische die erste Landeskirche
ist, die sich dem Tabu-Thema der Ausgrenzung und Verfolgung
der Juden stellt. Die Ausstellung ist in jeder Hinsicht
aktuell. Sie appelliert an Toleranz und Zivilcourage, an die
Vernunft im gesellschaftlichen Miteinander. Zudem ist sie
eine dringend notwendige Aktion der christlichen Aufklärung,
betonte Degner.
Anhand von Tafeln mit Texten und Bildern, die sich an zehn
Stationen ums Kirchenschiff ziehen, bekommen Opfer und Täter
anhand von neun Biografien ein Gesicht. Da ist beispielsweise
der Hauptpastor Friedrich Andersen, der den Antisemitismus
in Flensburg hoffähig gemacht hat. Die Niederlage Deutschlands
im Ersten Weltkrieg sah er als Werk einer jüdischen
Weltverschwörung. 1921 gründete er den Bund
für Deutschkriche, die für eine arisierte
deutsche Kirche eintrat. Gleichzeitig vertrat er den Völkisch-Sozialen
Block im Flensburger Stadtrat, bis er 1925 mit der gesamten
Ortsgruppe zur NSDAP übertrat.
Propagandist starb als Ehrenbürger
Andersens antisemitische Propaganda zog keine Maßregelungen
seitens der Landeskirche nach sich. Vielmehr unterstützte
sie bereits 1924 ausdrücklich den völkischen Kampf
gegen zersetzenden jüdischen Einfluss. Andersen
starb 1940 als hoch geehrter Nationalsozialist und Ehrenbürger
Flensburgs.
Neben anderen Biografien zeichnet die Ausstellung im lokalen
Fenster drei Schicksale jüdischer Bürger in
Friedrichstadt nach, in dem sich das regionale jüdische
Lebens konzentriert hat.
Die Ausstellung Kirche Christen Juden
wird bis zum 1. Mai täglich von 9 bis 17 Uhr im St. Petri-Dom
gezeigt und von Vorträgen begleitet. Nähere Informationen
gibt es bei der Domgemeinde unter der Telefonnummer 963054.
Renate Hopfe
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Mit einer Erklärung zur Aufhebung antijüdischer
Kirchengesetze und zur kirchlichen Mitschuld an der Ausgrenzung,
Diskriminierung und der Ermordung von Juden und Jüdinnen
in der NS-Zeit hatte die Synode der Nordelbischen Kirche 1998,
anlässlich des 60. Jahrestages der Reichspogromnacht,
einen Aufarbeitungsprozess kirchlichen Verhaltens während
des Nationalsozialismus in Gang gesetzt. Der Kieler Historiker
Dr. Stephan Linck wurde mit der Erfassung und Auswertung von
Quellen und der Erstellung einer Wanderausstellung beauftragt.
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Als Kirchenvogt,
Kirchendiener oder Friedhofswärter kann nur
ein evangelischer Christ angestellt werden, der
rückhaltlos für den nationalen Staat
und die Deutsche Evangelische Kirche eintritt.
Wer nicht arischer Abstammung ist oder mit einer
Person nicht arischer Abstammung verheiratet ist,
darf nicht als Kirchenvogt, Kirchendiener oder
Friedhofswärter angestellt werden.
Gesetz der
Lübeckischen Landeskirche vom 31. Dezember
1936
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Kirche, Christen, Juden eine
Ausstellung thematisiert die kirchliche Schuld gegenüber
Juden und Jüdinnen während der NS-Zeit
Mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift "enough
is enough", Nr. 16/2002
Die Ausstellung Kirche, Christen, Juden in Nordelbien
1933 bis 1945 wurde nunmehr im September 2001 in Rendsburg
eröffnet und ist nach Aufenthalten in Lübeck und
Hamburg zur Zeit in Kiel zu sehen. Die wissenschaftliche Aufarbeitung
dieses Teiles der jüngsten Kirchengeschichte war von
einem synodalen Prozess begleitet, der eine Neubestimmung
des Verhältnissen von Christen und Juden ermöglichen
und einleiten sollte. In der Synodenerklärung der Herbsttagung
2001 mit dem Titel Christen und Juden heisst es
hierzu ungewohnt eindeutig:
Wir bekennen: Durch antijüdische Auslegungen der
Bibel und durch eine entsprechende Verkündung und Lehre
ist die Kirche mitverantwortlich und mitschuldig an der Jahrhunderte
langen Geschichte der Feindseligkeit gegen Juden im Abendland,
ihrer Entrechtung und Verfolgung, die in der fast vollständigen
Vernichtung des europäischen Judentums, der Schoa, gipfelte.
Neben einer Reihe von mehr oder weniger konkreten Maßnahmen
zur Förderung des christlich-jüdischen Dialogs lässt
das Papier allerdings eine eindeutige Verurteilung des anwachsenden
Antisemitismus in Deutschland vermissen. So blieb es der Hamburger
Bischöfin Jepsen vorbehalten, in einer Zeit, wo
der Antisemitismus mit seinen Stammtischwitzen und Parolen
über das Weltjudentum wieder zunimmt eine klare
Haltung der Kirche gegen eine Stimmung, die längst auch
die Eliten der Bundesrepublik erfasst hat, einzufordern. Dass
sie mit dieser Forderung nicht auf die Zustimmung aller Theologen
trifft, belegt eine Stellungnahme des Kieler Theologieprofessors
Ulrich Hübner. Dieser hatte im Vorfeld des Synodenpapiers
heftig kritisiert, dass in protestantischen Kreisen
seit Jahrzehnten eine ebenso peinliche wie charakterlose Anbiederung
an Juden ebenso gepflegt wurde und wird wie die damit verbundene,
inflationär gewordene Mode litaneiähnlicher Selbstbezichtigungen
(...) zu Gunsten von Juden und sich in Verkennung von
Sinn und Zweck der Synodenerklärung mit durchaus antisemitischen
Untertönen kritisch zum Nah-Ostkonflikt geäußert.
Positiv aufgenommen wurden diese Ausfälle beispielsweise
von der rechtsradikalen Zeitschrift Junge Freiheit,
in ihrer Novemberausgabe.
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Jødefjendtlig æresborger
Mit freundlicher Genehmigung der Flensborg
Avis
April 2002
SLESVIG. En udstilling i Slesvig domkirke viser indtil 1.
maj, at kirken i nazitiden ikke altid stod på den kristne,
medmenneskelige side. Ofre og gerningsmænd får
ansigt i tekster og foredrag. Således præsenteres
bl.a. flere sydslesvigske jøders skæbne. Samtidig
belyses Flensborg-præsten Friedrich Andersens holdninger
og betydning for NSDAPs fremmarch i byen. Den jøde-fjendtlige
præst døde i 1940 som æresborger. Udstillingen
skal forstås som en appel til alle om at vise mere civilvourage.
Mere i den trykte avis
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