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Die gestalterische Ausstellungskonzeption
war im Wintersemester 2000/2001 für Studierende der Muthesiushochschule
Kiel ausgeschrieben. Als Lehrender der Fachklasse 3D betreute
und unterstützte Prof. Bernhard Schwichtenberg das Projekt.
Das inhaltliche Konzept war
von Frau Dr. Göhres und Herrn Dr. Linck vom Nordelbischen
Kirchenarchiv in Kiel erarbeitet worden.
Die Gestaltung der Internetseite
wurde durch die Firma BUFE MarketingServices in Hamburg entwickelt
und erstellt.
Die gestalterische Aufgabe für
uns Studierende der Muthesius-Hochschule bestand vor allem
in der Entwicklung des Gesamterscheinungsbildes der Ausstellung.
Dazu gehörten die Entwicklung des Logos als Flagge,
als Plakate und auf diversen weiteren Drucksachen sowie in
einer dreidimensionalen Umsetzung als Außenskulptur.
Bei der Gestaltung geht es uns
in erster Linie darum, eine klare Assoziation zur Geschichte
herzustellen. Wir griffen zu diesem Zweck die Farbgebung der
Nationalsozialisten Rot und Schwarz auf und unterstrichen
deren Wirkung mit harten Flächenabgrenzungen, sowie dem
Einsatz von großen schwarzen Flächen mit negativer
Schrift.
Die Gestaltung berücksichtigt, als Wanderausstellung
konzeptioniert, verschiedene Kirchenräume, unterschiedliche
Besucher aller Altersgruppen und will Kirchengeschichte erlebbar
machen.
Im Vorraum der Kirche sind auf
Freischwingen Schilder mit in die Thematik einführenden
Texten zu lesen.
Man betritt das Mittelschiff der Kirche
durch ein Portal, das zum einen eine Übersichtsgrafik
zeigt, mit Dias Eindrücke aus der Zeit des Nationalsozialismus
vermittelt und zum anderen Informationsmaterialien zum Mitnehmen
für die Besucher und Besucherinnen bereithält.
In den Bänken des Mittelschiffs befinden sich zu beiden
Seiten Schilder, die geschichtliche Daten in Form einer Zeitleiste
und Begleittexten präsentieren.
Zehn biographische Stationen
stehen stellvertretend für unterschiedliche Handlungsweisen.
Sie verteilen sich im Raum und fordern zur Entdeckung auf.
Eine Station besteht aus jeweils einer beleuchtbaren Portraitleinwand,
einem Tondokument und zwei Texttafeln auf Freischwingern,
sowie einem »Dialogbuch« zum Thema. Der Dialog
in der Kirche ist nämlich ausdrücklich erwünscht
und wird unter anderem durch diese Bücher angeregt in
denen die Ausstellungsbesucher und -besucherinnen ihre Gedanken
zum Thema niederschreiben und so die Installation bereichern
können.
Erweiternd zu einer Station ist die
Black Box, eine enge, schwarze Raumkonstruktion zu
sehen. Zeichnungen des in Theresienstadt inhaftierten Goldschmidt
zeigen Szenen des ihm aufgezwungenen Lebens im Lager sowie
beeindruckende Portraits von Mitgefangenen. Die Schönheit
und Intensität der Zeichnungen stehen gegen die Enge
und Grausamkeit der Nationalsozialistischen Realität.
Im zweiten Raum der Black Box sind Texte zu lesen.
Um den Bezug zum jeweiligen Ausstellungsort herzustellen
haben wir ein »Lokales Fenster«
eingerichtet, das Begebenheiten aus der direkten Nachbarschaft
zeigt und jeweils neu von der gastgebenden Gemeinde bestückt
wird.
Wie die in alten Kirchen vorherrschenden Baumaterialien Stein
und Holz, zeigt auch das von uns an verschiedenen Stellen
verwendete gerostete Eisen die Spuren seiner Geschichte. Seine
Farbnuancen von Gelb über Rot bis hin zum Braun
finden sich auch in den Drucksachen und stellen somit
wieder den Bezug zu den Ausstellungsobjekten her.
Neben gestalterischer Arbeit haben wir Realisierungsmöglichkeiten
und Vorgaben für die ausführenden Fachbetriebe erprobt
und erstellt und eine Etat- und Zeitkoordination entwickelt.
Wir wünschen allen Ausstellungsbesucherinnen und -besuchern
einen erlebnisreichen Einblick in diesen Teil der Zeitgeschichte!
Holger Stöhrmann, Iris Mielke
studio-mielstoe@gmx.de
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